Das Centre for Economics and Business Research (CEBR) rechnet damit, dass sich in diesem Jahr mindestens ein Land aus der Eurozone zurückziehen wird. Laut des in London ansässigen Think Tanks beginne die europäische Einheitswährung jetzt auseinander zu brechen. Alles sehe ganz danach aus, als ob 2012 das Jahr werde, in dem sich die Euroauflösung beschleunigen wird, wie es in einer Erklärung hieß. Vor allem Europas Banken würden erneut durch die Finanzkrise eingeholt, die eine Vollverstaatlichung vieler Institute zur Folge haben könnte.

Europas Banken halten zu viele faule Staatsschulden – und könnten die Staaten auf diese Weise selbst mit in den Abgrund reißenLaut CEBR sei eine Euroimplosion zwar noch keine ausgemachte Sache, jedoch gehen interne Analysen davon aus, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine 60%ige Wahrscheinlichkeit für ein Auseinanderfallen der Eurozone bestehe. Laut den CEBR-Prognosen werde es bis Ende dieses Jahres dazu kommen, dass sich wenigstens eines der Eurozonenmitglieder (und wahrscheinlich sogar mehr) aus der Eurozone zurückziehen wird/werden. Das Forschungsinstitut warnte davor, dass sich die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenbruch des Euro in der nächsten Dekade auf 99% erhöht hat. Europas politische Repräsentanten gehen in dieser Woche wieder an die Arbeit und werden abermals den Versuch unternehmen, der spanischen und italienischen Regierung Zeit im Kampf gegen ihre regionalen Krisen zu erkaufen. Dadurch soll eine Rückeroberung der Kontrolle über die ausstehenden Staatsschulden beider Länder erzwungen werden, um den Euro an seinem 10. Geburtstag vor der Auflösung zu retten.

Zehn Jahre, nachdem die Eurobanknoten am 01. Januar 2002 die nationalen Währungen von damals 13 europäischen Ländern abgelöst haben, hat der Außenwert des Euro zum ersten Mal zwei aufeinander folgende Verluste gegenüber dem US-Dollar eingefahren, während er gegenüber dem Yen sogar auf ein Rekordtief fiel. Diese Entwicklung erhöht den Druck auf die Brüsseler Führungskräfte, die darum kämpfen, die europäische Währungsunion im Angesicht von Kreditherabstufungen, politischer Uneinigkeit in der Europäischen Union und einer abermals drohenden Rezession zusammen zu halten. Die Staatsschuldenkrise könnte die Mehrzahl der französischen und deutschen Banken dazu zwingen, staatliche Bailouts zu beantragen, um die potenziellen Abschreibungen auf ihre gehaltenen Staatsschulden zu kompensieren, wie das CEBR prognostiziert. Viele Institute könnten auch komplett verstaatlicht werden. Eine große Anzahl europäischer Banken werde durch die Finanzkrise erneut eingeholt. Allerdings stellt sich die Frage, auf welche Weise ebenfalls heillos überschuldete Staaten, die jetzt bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, bankrotte Banken vor einem Ruin bewahren sollen.